Bühlertal: Was sich mir bietet,nehm ich hin
als gruß der jahreszeit an mich,
im roten weinlaub liegt so sinn
wie ein gehauchter kuss an dich.
Diese Zeilen stammen aus dem Gedicht:
von Heino Suess aus der Kathegorie “Das
Leben” (Gedichte).
Angesichts der seit der Antike belegten und
über die Kräuterbücher tradierte Verwen-
dung von Weinlaub bei Anwendungen, die
mit Blutungen, Wunden, Entzündungen,
Hämorrhoiden und dem Gefäßsystem zu tun
haben, könnte man bei der medizinische
Verwendung von rotem Weinlaub auch an
die Signaturenlehre (rotes Laub > rotes
Blut) denken.
Obwohl die medizinische Verwendung von
Weinlaub schon eine lange Geschichte hat,
wird die Phytotherapie mit rotem Weinlaub
durch die Wiederentdeckung der in
Südfrankreich üblichen traditionellen Ver-
wendung aber erst ab der Mitte des 20.
Heute wird in der Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln ganz allgemein zwischen der “evidence-based”,
also der durch klinische Studien gesicherten Anwendung durch den Arzt und der traditionellen Anwendung
durch den Laien unterschieden, die keiner ärztlichen Verordnung bedarf.
Grundlage hierfür sind die Angaben der Gemeinschaftlichen Arzneipflanzen-Monographien (community
herbal monograph) der Europäischen Arzneimittelbehörde[13], die auch für Rote Weinlaubblätter erschienen
ist.
Im roten Weinlaub liegt so sinn. Bei der diesjährigen herbstlichen Wetterlage, will das edle Weinlaub im
Eichwald nicht so recht rot werden. Es sieht immer noch recht grün und gelb aus. Außerdem hat es auch gar
keine Lust sich von der nährenden Rebe abzulösen. Es steckt immer noch genügend Kraft und Saft in ihm,
um sich festzuhalten. So fällt es nicht auf den kargen Boden.
Wir haben nun Mitte November. Eigentlich sollten jetzt dicke Kältegrade herrschen und die launige Natur
sollte zum erliegen kommen.
Zu verdanken haben wir das den ständigen Hochdruckgebieten, die sich schon seit mehreren Wochen über
Mitteleuropa aufhalten. YANA, heißt die nette Dame, die derzeit immer noch für sonniges und ruhiges
Herbstwetter mit zum Teil dichtem Nebel in den tiefen und mittleren Tallagen sorgt.
Die alten Bauernregeln berichten davon, wenn das hartnäckige Laub der heimischen Bäume und Büsche
nicht weichen will, dass der folgende Winter hart und kalt werden soll. Hoffentlich irren die antiquierten
Weisheiten dieses Jahr.